Prelog Drago J. /   Aktuelle Ausstellung
1977 war der Beginn der Serie der „Umlauf-Bilder“. Durch eine waagrecht liegende Leinwand, hatte er die Möglichkeit sich dem Malgr...
Prelog Drago /   Aktuelle Ausstellung
In den Skripturalstrukturen unter Punkt wird versucht, jegliche klassischen Kompositionsgesetze zu eliminieren. Sie werden durch eine subjektive, r...

Drago PRELOG




Ausstellungsdauer: 3. März bis 25. März



 


In den Skripturalstrukturen unter Punkt wird versucht, jegliche klassischen Kompositionsgesetze zu eliminieren. Sie werden durch eine subjektive, rhythmische Struktur ersetzt. Die skripturalen Bilder, fast ausschließlich Hochformate, werden von mir als statisch empfunden – sie haben ein OBEN und UNTEN. Während ich das Bild entstehen lasse, agiere ich stets vom unteren Bildrand her. Das wirkt sich deutlich sichtbar in der Gestik aus und suggeriert unmissverständlich die vertikale Bildbetrachtung. (Würde man hypothetisch eine kompositionelle Wertung ansetzen, wäre es allerdings gleichgültig, von welcher Seite her man das Bild betrachtet). Der Punkt – die Umlaufbilder betreffend – birgt schließlich eine konsequente Bereinigung des Problems Horizontal-/Vertikal-Betrachtung. Es bleibt dem Betrachter überlassen, für welche Seite er sich entscheidet. Die Bezeichnung „Umlaufbilder“ leitet sich von der Art und Weise ihrer Entstehung ab. Ich gehe, laufe oder tänzle den Bildrand entlang, agiere also nicht mehr vom ‚unteren’  Bildrand her, sondern bewege mich fortwährend. Die Bewegung überträgt sich in die Linie, bewirkt deren unruhigen Lauf, formt die Linienspur. Was außerhalb des Bildes passiert, überwiegt (physisch) gegenüber dem, was am Bild geschieht. Die Kontrolle über das Geschehen auf der Bildfläche ist stark eingeschränkt, der Bildgrund läuft unter mir vorbei, wie die Straße unter einem fahrenden Auto.

Jede Linie nimmt auf die vor ihr entstandene Bezug, jede Linie entsteht vor allem zum Zweck der Verdichtung der entstehenden Formation – einfach einer subjektiven Eingebung folgend. Man kann die entstehenden Gebilde nicht „Kompositionen“ nennen, sie werden nicht gemacht, sie wachsen. Dennoch haben sie als Ganzes gesehen, als komplexes Gebilde in der Bildfläche ihre kompositionelle Richtigkeit.