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Das seit 2010 entstandene Werk des Kärntner Künstlers David Holzinger lässt sich als abstraktes Frage- und Antwort-Spiel beschreiben. Stets aufs Neue scheint der Künstler wissen zu wollen: Welche Gestalt kann ein abstraktes Bild heute annehmen? Als gestalterische Mittel dienen Holzinger nicht nur der simple Farbauftrag, sondern auch Praktiken des Reißens, Schneidens, Kratzens und Brennens, Techniken also, die gemeinhin latent aggressive, gegen den „Leinwand-Körper“ gerichtete Untertöne vermuten lassen würden, dabei jedoch zu ästhetisch höchst ausgegorenen Kompositionen führen.

Die Materialien, die David Holzinger für seine künstlerische Arbeit verwendet, sind vielfältig. Er malt mit Acryl, Lackfarbe und zuletzt auch Ölfarbe, als Trägermaterial dient Leinen genauso wie Büttenpapier. Holzingers vordergründig destruktive Techniken bilden den roten Faden. Das mit Lack collagierte Büttenpapier zeigt indexikalische Spuren der Zerstörung und gibt den Blick auf die darunter befindlichen Farbflächen frei. Auf Leinen entwickelt der Künstler ein ausgeklügeltes plastisches System. Auch hier offenbart die in horizontale oder vertikale Schichten strukturierte Leinwand immer wieder den Blick auf tieferliegende Farbaufträge. Während in den gekratzten Papierarbeiten der Zufall zu regieren scheint, das finale Bildergebnis nicht letztgültig beeinflusst werden kann und die Kratzspuren Einlass suchen in einen Bildträger, der sein Geheimnis vor der betrachtenden Instanz scheinbar bewahren will, verhält es sich im Falle der Leinwand-Arbeiten genau umgekehrt: Die diversen Schichten öffnen sich geradezu bereitwillig, um ihre „Geschichte“ den Betrachtenden anzuvertrauen. Jedes Werk von David Holzinger zeigt im besten Sinn des Wortes einen Einblick in den Vorgang des künstlerischen Arbeitens. Entstehungszeit und -prozess werden transparent gemacht. Vor uns befindet sich nicht nur ein finales Werk, sondern wir werden Zeuge des Weges, den der Künstler zurückgelegt hat, um dorthin zu kommen.