Belinda Cadbury zeichnet mathematisch-geometrische Partituren aufs Papier. Abstrakte Denkprozesse, die sich in ihrer rhythmischen Wiederholung zu visueller Musik steigern. Es obliegt dem sensiblen Geist, die Dramaturgie und Sinnlichkeit der Muster aus Linien und Flächen zu decodieren, zu genießen.

Belinda Cadbury is working consistently in pencil on paper either on small-scale works or huge sheets mounted on to canvas or boards so that they become wall-drawings, she asserts the linear strokes of her infinitely practised hand as the central fixed rhythmic core of a graphic universe.
Breaks and variations that are generated by the careful iterations of simple verticals, crossed lines or diagonal interventions in the compositional structure only take on a life when the drawing is completed and the hand has been withdrawn.

Then subtle shifts of linear tonality allow diamond or lozenge shapes to move ever so slightly closer together or further apart, to project from the paper or disappear into it: to suggest moiré patterns or disrupt long verticals so that they become folds in fabric rather than inert textile patterns.
This is a stately dance between disembodied geometries and embodied drawing: remoteness turns out not to be remote; nothing is rote and nothing is exactly duplicated within the decorum of the geometric fields where she has made her home.

 John Carter

„1987 machte ich eine Zeichnung, die den Anstoß gab für meine jüngsten Arbeiten. In meiner Zeichnung legte ich zwei identisch geteilte Parallelogramme rechtwinkelig übereinander, dies ergab eine Anzahl von Restformen und einen unerwarteten rechten Winkel. Ich sah, dass es für die Linien nicht notwendig war sich sichtbar zu kreuzen. Das Auge hat eine Fähigkeit, Verbindungen zwischen isolierten Teilen einer Form auch über größere Entfernungen zu ziehen, auch wenn die Form über große Teile verborgen ist.“

„Aus solcher einfachen Operation entwickelte ich eine reihe von Arbeiten. Unterschiedliche Ausgangssysteme erzeugten verschieden spitz zulaufende Umrisse innerhalb eines Quadrates.
Andere Möglichkeiten ergaben sich , wenn ich das Quadrat als Einheit nahm und durch Anfügen veränderte. In einigen Beispielen ließ ich die Parallelogramme und spitz zulaufenden Formen über zwei Quadrate laufen, von Seite zu Seite.“