Christians Eders Malerei ist der Flachheit des Bildes unterworfen. Der Künstler fingiert keinen außerbildlichen Raum, integriert keine naturalistische Tiefenillusion, sondern konstruiert mit rein bildimmanenten Mitteln eine optische Vielschichtigkeit. Linien und Ovalformen überschneiden sich: Ein ständiges Vibrieren und Changieren zwischen Figur und Grund tritt in Kraft. Das Netzwerk der Bildfläche und die gestreiften Binnenflächen der Formen ergeben ein stets wechselhaftes Bild.

Dabei wird man Bilder von Bridget Riley erinnert, die in den 60er Jahren zur Speerspitze der Op-Art gehörten und in den letzten Jahren eine Renaissance erlebten: Im Zentrum steht die Perezeption des Betrachters und weniger die individuelle malerische Machart der Kunst. Hier finden wir in Josef Albers den Vater der optischen Wahrnehmungsprozesse der Bilderscheinung .

Christian Eder bricht jedoch in der letzten Zeit seinen strengen Strich von mal zu mal zugunsten freier malerischer Mittel.

„ Die dicht nebeneinander angeordneten Farbstreifen beginnen untereinander und an der Schnittstelle mit dem grau-schwarzen Raster der Ellipsen zu vibrieren. Es sind nicht die Linien, sondern die eng nebeneinander auf das menschliche Auge treffenden Farbimpulse, welche dieses in ständiger Bewegung halten. Die Farbelemente beginnen sich über die Leinwand hinaus mit dem Weiß der Wand fortzusetzen.

Die tiefgehende Auseinandersetzung mit visueller Wahrnehmung ist im Bereich der konkrten Kunst ein wichtiges Moment. Mathematisch-geometrische Überlegungen generieren flächig-färbige Bildelemente.“

"Die aktuellen Werke von Christian Eder sind geometrisch exakt durchgeplant und tragen sowohl Ideen der Konkreten als auch der Konstruktivistischen Kunst und ansatzweise der OP-Art in sich.

Zum Verständnis der Tafelbilder wie auch der dreidimensionalen "Ovalformationen" spielt die Aktivität und das Zutun des Betrachters eine wesentliche Rolle. Die Linie, neben der Farbe das wesentliche Element in Christian Eders Malerei, ist eigentlich die Grundlage jedes menschlichen Gestaltens.


Sie ist das, was Leben ausmacht, als Lebenszeichen, als Metapher und Spiegel von Schnelligkeit, aber auch von Ruhe und Rationalität, von Zeit und Unendlichkeit.


Christian Eder schafft in den Techniken der Öl- und Acrylmalerei Raster uns parallel angeordnete Liniensysteme, die sich hauptsächlich vertikal, horizontal und diagonal konstituieren.


Der Arbeitsprozess lässt Freiräume für Spontanität, sodass er unvermittelte Ideen in die Komposition integrieren kann.

Skizzen und Zeichnungen entstehen zwar immer auch als Überlegungen und vorbereitende Schritte vorab oder auch parallel zum Malprozess.


Christian Eders Raster-und Gitterstrukturen, die er selbst als Koordinationssysteme definiert, dienen in erster Linie dazu, den Bildraum zu beschreiben und geometrisch wie auch farblich zusammenzuhalten. Einerseits verdichtend, um einer gewissen Komplexität Rechnung zu tragen, andererseits auch, um die Ausgangsidee der Bildfindung nicht aus den Augen zu verlieren.


Grundsätzliche Prozesse des Sehens und der Wahrnehmung von Farbe sind Eders maßgebliche Parameter. Bewusstsein für Fläche, Raum und Bewegung wird sensibilisiert.