"DAS PHÄNOMEN RELIEF" 2026
Die Galerie Leonhard wartet in diesem Sommer mit einer besonderen Duo-Ausstellung auf.
Das Relief als dritte Kunstgattung zwischen dem Tafelbild und der Skulptur stehend, wird, obwohl es interessante Möglichkeiten bietet, nur von wenigen Künstlern genutzt.
Christine Löw und Edgar Diehl, die zwischen dem 9. Juni und 11. Juli in der Galerie Leonhard in Graz ihre neuen Arbeiten zeigen, befassen sich schon länger damit.
Je nach Betrachter-Position, zeigt ein Relief von links und rechts gesehen, verschiedene Ansichten, die in der Mittelansicht unerwartet korrespondieren.
Für die meisten Kunstfreunde ist das eine erfreuliche, die Bild-Auffassung erweiternde, Seherfahrung.
Bei Christine Löw und Edgar Diehl spielt die Farbe eine zentrale Rolle. In den Reliefs von Edgar Diehl kommt die gegenläufige Perspektive als Moment der Kinetik hinzu.
Edgar Diehl verwendet als Bildträger für seine konkrete Malerei Aluminiumplatten, die durch Knickung und Faltung zu Reliefs werden. Er selbst sagt: „Das Relief ist für mich so interessant, weil es eine Brückenposition einnimmt. Es liegt zwischen Bild und Skulptur, zwischen zweiter und dritter Dimension. Ich finde Nahtstellen interessant, die Übergänge zwischen Dimensionen und den Wechsel in den jeweils gültigen Gesetzen.“
Durch die präzise Setzung von Farb- und Faltkanten erschafft Diehl Werke, die die Wahrnehmung des Betrachters geschickt manipulieren und herausfordern.
Die Faltung und in Folge dann die schwarz-weiße oder farbige Bemalung besteht aus einem System aus Linien. Linien die in gleichen Abständen und gleicher Rhythmik von links nach rechts verlaufen. Daher ergibt sich der Ausstellungstitel „Palindrom“. Eine Arbeit die sich von links nach rechts oder von rechts nach links lesen lässt.
Diehl spielt in seinen Arbeiten mit optischen und räumlichen Möglichkeiten. Oftmals handelt es sich bei seinen Reliefs um Raum- und Wahrnehmungs-Täuschungen.