Blaas (*1955, Passau/Deutschland) ist ein österreichischer Maler, Grafiker und Autor, der in Freinberg/Oberösterreich aufwuchs und in Wien lebt und arbeitet. Er studierte von 1976 bis 1983 an der Hochschule für künstlerische und industrielle Gestaltung Linz sowie von 1982 bis 1984 an der Hochschule für angewandte Kunst Wien und war Mitbegründer der Linzer Stadtwerkstatt.

Seine Arbeiten entstehen vorwiegend in Zeichnung, Mischtechnik und Grafik und entwickeln aus wenigen Linien, Kohle- oder Tuschestrichen dichte, psychologisch aufgeladene Bildräume. Charakteristisch sind kleinformatige, farbreduzierte Figuren- und Zeichenwelten, die zwischen poetischer Verdichtung, Phantastik und existenzieller Befindlichkeit oszillieren.
Im Zentrum stehen Menschen, Tiere, Häuser, Landschaften und hybride Wesen, die mit großer zeichnerischer Ökonomie in fragile, oft traumartige Bildzusammenhänge überführt werden. Die Arbeiten verbinden Spontaneität und Präzision und entwickeln aus reduzierten Mitteln eine intensive emotionale und narrative Wirkung.

Seit den 1980er-Jahren ist er in zahlreichen Ausstellungsprojekten im In- und Ausland vertreten, darunter Präsentationen im Musée des Beaux-Arts Luxemburg, im Oberösterreichischen Landesmuseum, im Traklhaus Salzburg, im Kubin-Haus Zwickledt sowie in verschiedenen Galerie- und Museumsprojekten in Österreich und Deutschland.
Neben seiner bildnerischen Arbeit veröffentlichte er literarische Texte, darunter den Roman „Omas kleine Erde“, sowie das Libretto zur Oper „Zeichner im Schnee“. Zu den Auszeichnungen zählt unter anderem der Karl-Rössing-Preis (1995).



TAUPE
Auf leuchtenden Farbflächen begegnen einander geometrische Strukturen und organische Gebilde, treffen naturalistisch anmutende Figuren auf abstrakte Fragmente und werden mit malerischen Mitteln zusammengeführt. 
In Taupes vitalen Bildräumen finden Prozesse der permanenten Veränderung statt, die an den ewigen Zustand des Universums denken lassen und den Betrachter zu individuellen Deutungen anregen.
(Peter 
Assmann)

Johann Julian Taupe ist ein Maler, der gerne und viel produziert, jedoch weniger gerne und viel darüber spricht. Das ist aber keine Strategie, mit der er eine geheimnisvolle, undurchschaubare Aura um seine Bilder aufbauen will oder den Betrachter im Trüben fischen lassen möchte. Dass er nicht viel über sein Schaffen zu sagen hat, liegt eher daran, dass er selbst nicht so genau weiß, warum er das macht, was er macht. Er sagt: „Manchmal habe ich das Gefühl, ich habe über die Leinwand nur bis zum ersten Pinselstrich die Macht, dann beginnt sie selbst zu leben und schreibt mir die weiteren Schritte vor. Nach und nach ergibt sich ein Bild, das natürlich in mir gewachsen ist, das aber von der Leinwand wie von einem Spiegel reflektiert wird“.
Er weiß also selbst nicht so genau, was er da tut und warum. Aber er weiß, dass er es tun muss. Malen ist für ihn eine Notwendigkeit. Schon als Jugendlichen hat es ihn wie magisch angezogen, vom elterlichen Bauernhof schließlich bis zum Kunststudium nach Wien – nicht unbedingt der vorgezeichnete Lebensweg. Aber der (nach)gezeichnete. Malerei war keine Entscheidung, sondern immer schon ein Teil von Taupe. Bis heute sichert sie ihm das Überleben – nicht nur in finanzieller Hinsicht, sondern auch in jeder anderen.
Auch wenn Johann Julian Taupe nicht genau sagen kann, warum er so malt, wie er malt und ihm selbst manches rätselhaft bleibt an seinen Bildern, hat seine Malerei natürlich – und ganz unweigerlich – mit ihm selbst als Person zu tun, mit seinem Erleben und seiner Umwelt. So sagt er, malen sei für ihn ein fortwährender Prozess, ein Ausdruck seiner Erfahrungen und Eindrücke. Das alles geschieht jedoch auf einer unbewussten Ebene, es ist ein absichtsloses Geschehen lassen, ein sich der Malerei und dem Ausdruck Hingeben, das sich jenseits des Intellekts abspielt.