Die menschliche Figur als erste und einzige Forderung wirkt nachhaltig auf Roland Goeschl, seine Befreiung von ihr und ihr eigenständiges Wiederfinden wurde erst durch einen Abstand von Wotruba und Wien möglich:“…abschließend möchte ich aber nicht verschweigen, dass erst ein Studienaufenthalt in London mir den Blick für die Moderne eröffnet hat.“

So sah es auch Otto Breicha der 1988 schrieb:“.. 1962/63 weilte der gerade dreißig gewordene Roland Goeschl zu Studienzwecken in London. Damals schnupperte er so genannte Internationalität…“

Dieser Ausblick und folgende Durchbruch hat durch die Verbindung von „Tradition“ mit Neuem zur eigentlichen eigenständigen Werdung der Goeschl’schen Kunst geführt.

Die Farbe wird wesentliche Ausdrucksform:“… zuerst malte er bereits vorhandene, unbunt konzipierte Figuren und Reliefs in den Farben Rot und Blau. Bald einmal wurden auch neue Raumgebilde farbig entworfen und ausgeführt…“ Auch in diesem Fall hat demnach die „Materialgerechtigkeit“ gesiegt: bemaltes Holz oder auch bemalte Güsse erfordern schon allein aus diesem Grund der Bemalung ein eigenes, neues Konzept. Form und neu gewonnene

Herausforderung der reinen, starken Farbe musste zu einer Einheit werden – die farbigen Blöcke schritten beinahe gewalttätig aus und begannen sich in Bewegung zu setzen.

„Die Farbgebung dient zur Steigerung der Gehirntätigkeit des Menschen. Die Farbe hängt von der Dimension der Form ab, beide von der Dimension des Umraumes, Nicht kolorieren – Farbe muss Material werden.