Jiri Georg Dokoupil gilt als ein wichtiger Vertreter der »Mülheimer Freiheit«. Der Maler, Zeichner und Grafiker experimentiert gerne mit unkonventionellen Techniken und verweigert dabei jede Festlegung auf einen persönlichen Stil. Seit 1986 malt Dokoupil ohne Pinsel und bedient sich dabei unterschiedlicher Materialien wie Seifenlauge, Muttermilch und Kerzenruß. Die sogenannten Seifenblasen-Bilder gehören zu seinen erfolgreichsten Werkserien.
Der in 1954 in Krnov, Tschechische Republik, geborene Dokoupil flüchtet mit seiner Familie im Jahr 1968 nach Deutschland. Von 1976 bis 1978 studiert er in Köln an der Akademie der Bildenden Künste, an der Universität Frankfurt und an der Cooper Union in New York.
Zusammen mit Walter Dahn, Hans Peter Adamski, Peter Bömmels, Gerard Kever und Gerhard Naschberger gehörte er der Kölner Künstlergruppe »Mülheimer Freiheit« an, die sich um 1980 bildet. Von 1983 bis 1984 lehrte Dokoupil gemeinsam mit Walter Dahn an der Kunstakademie Düsseldorf.
Jiri Georg Dokoupil hat an mehreren internationalen Ausstellungen teilgenommen, unter anderem an der Biennale von Venedig (1987) und im selben Jahr an der Documenta 7 in Kassel. Insbesondere seine Ausstellung »Malerei im 21. Jahrhundert - Werkschau 1981-2005" in den Deichtorhallen in Hamburg und in der Nationalgalerie Prag stößt auf internationalen Zuspruch. Im Jahr 2012 wird er mit dem Lovis-Corinth-Preis ausgezeichnet. Der Künstler lebt und arbeitet in Berlin, Prag, Madrid und Rio de Janeiro.
Sie rinnt, zieht Schlieren, wagt sich vor auf benachbartes Terrain: Spinatgrün auf Maisgelb, Ocker auf zartem Aqua, grelles Azur auf Lachs, Stahlgrau auf Nachtblau. Die Farbe ist auf Thomas Reinholds Leinwänden in Bewegung. Die Spuren der Tropfen verführen zu Assoziationen mit Jackson Pollocks Drip-Paintings oder mit Schüttbildern von Hermann Nitsch, allein, mit aktionistischen Gesten hat Reinholds Malerei nichts zu tun. -
Ganz im Gegenteil. Wenn der 1953 in Wien geborene Künstler, der einst Österreichs "Neuen Wilden" zugerechnet wurde, Farbe auf die Leinwand schüttet, dann ist das ein höchst kontrollierter Prozess, der einem ganz klaren visuellen Konzept folgt. Die Feld um Feld aufgebrachte Farbe wird von ihm durch Anheben des Keilrahmens bewegt. "Transportieren" nennt Thomas Reinhold das. In der Wiederholung kommt es zu Überlagerungen, die je nach Liquidität der Farbe transparenter oder opaker geraten. "Kommunikation tritt ein", so Reinhold. In diesem Dialog von Kalkül und Zufall entsteht eine dynamische Struktur; Elemente scheinen in entgegengesetzte Richtungen zu fließen. Verliert hier ein Raster seine Form, oder bewegt sich vielmehr das Formlose in Richtung geometrische Ordnung? Die Kompositionen sind irritierend unentschieden, rätselhaft, mit räumlichen Anklängen. Das macht aber auch die Faszination aus. Reinholds Bildideen funktionieren aber auch, wenn er die Leinwand verlässt und sie ins Medium Glas transferiert. In den Kirchenfenstern für die Chappelle de la Résurrection in Brüssel gewinnt das Verschmelzende der Farben wieder neuen Charakter.
Siehe dazu Ingo Nussbaumer, Thomas Reinhold:Matrix Bild - abstrakte Malerei gegenständlich formuliertim Katalog MATRIX bild, Galerie Leonhard, Graz 2019