Wer jemals ein Bild von Andreas Leikauf gesehen hat, wird es nicht wieder vergessen. Ob einem das nun gefällt, oder nicht. In Erinnerung behalten wird man: die Dominanz einer einzigen Farbe, die prägnanten Motive und deren Begleiter, die knappen textlichen Slogans, die den Motiven eine entscheidende Wendung geben.
Andreas Leikauf fischt in der Mülltonne amerikanisierter Popkultur und präsentiert die gefundenen Szenen und Charaktere mit einem gewaltigen Drive, der keine zeit für Schnörkel hat.
Meisterhafte Zitate und mehrfache Spiegelungen nach art reflexiv gewordener Rockmusik.
Die Grundierung und das Schwarz verleihen ihnen Lautstärke, dunkle Glut.
Geschichte ist für diese Kunst keine Autobahn mit Überholzwang. Da werden Motive aus den 1950ern mit Stilmitteln der 60er im Geist der 80er Jahre wiederbelebt und ins 21. Jahrhundert eingespeist. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft durchdringen einander nach verschiedenen Richtungen.
in solchen Loops erzählt Leikauf kulturindustrielle Mythen neu und gegen den Strich, erzählt von Einsamkeit, Langeweile, Angepasstheit, Kommerz und Ungerechtigkeit, vom Zorn über die herrschenden Verhältnisse, von witziger Subversion, Musik und Revolten gegen whatever.
(Karl Baier)
Andreas Leikauf wurde 1966 in Judenburg, Österreich geboren. Er studierte an der Akademie der Bildenden Künste in Wien Malerei und Bildhauerei. Künstlerisch war Leikauf von der Kunst der 1980er inspiriert. Die 80er Jahre waren eine Ära des sich entwickelnden globalen Kapitalismus, der politischen Umwälzungen, der globalen Massenmedien, des Wohlstandsgefälles und der ausgeprägten Musik und Mode, die durch Hip-Hop und elektronische Popmusik gekennzeichnet war. Dies hatte einen starken Einfluss auf die in dieser Zeit aufgewachsene Künstlergeneration. Der Fall der Berliner Mauer am Ende des Jahrzehnts markierte das Ende des Kalten Krieges, doch die Ära war auch von der afrikanischen Hungersnot geprägt. Zu den prominenten Kunstbewegungen dieser Zeit gehörten Neo Geo, die Generation der Bilder und der Neoexpressionismus, der sich in Deutschland, Frankreich und Italien durchsetzte. Künstler wie Anselm Kiefer, Jörg Immendorf, Enzo Cucchi, Francesco Clemente und Julian Schnabel gehörten zu den wichtigsten Künstlern dieser Zeit, ebenso wie Jean-Michel Basquiat, Keith Haring und Kenny Scharf, die die Street-Art- und Graffiti-Bewegung entwickelten, die schnell bekannt wurde.
Der Bezug zur Pop-Art und Graffiti Kunst ist auch in Leikaufs Werken zu finden, deren intensive Atmosphäre und Suggestionskraft durch das enge Bild-Text-Gefüge entstehen. 
In der Kunst wird viel geredet. Wortwörtlich. Jede Ausstellung enthält einen Ausstellungstext, eine Eröffnungsrede, einen Katalog, mindestens einen kritischen Artikel in der Zeitung. Ist ein Künstler erfolgreich, wird es weitererzählt und sein Ruhm steigt durch Mundpropaganda. Das Gerede in der Kunst ist genauso wichtig wie das Bildnerische an sich. Ob das nun positiv oder negativ zu betrachten ist, bleibt dahingestellt. Leikauf jedenfalls greift das Thema auf mit seinen ausdrucksstarken Bild-Text Kombinationen. Diese ist der Erzählkunst von Comics angelehnt.