Manfred Makra ist inspiriert von Mies van der Rohe, konkret von
„Mies van der Rohe und Japan“. Er findet über das Buch eine
alte, für ihn wichtige Beziehung wieder. Und dann startet er den
Bilderzyklus „Drifts“. Fünfzig Bilder, ausgehend von seinem Rep-
ertoire, zurückkommend zum Repertoire, so Makra. Er fasst Mies
ins Auge, fährt nach Brünn, um zum ersten Mal ein Haus des
deutsch-amerikanischen Architekten zu sehen, beschäftigt sich
mit Grundrissdispositionen, bezieht Fragmente und Transforma-
tionen in seine Bildkompositionen mit ein.
Die Werkserie trägt das Motiv der Kreuzung in sich. Zwei Systeme
stossen aufeinander, verbinden sich. Das ist neu, sagt Manfred
Makra. Sein Skizzenbuch ist klein und quadratisch, das Auftrags-
buch grösser und dicker. Darin entwickelt er die Skizzen weiter,
macht sie reif für die Ausführung (es geht nicht um Aufträge, son-
dern um das Auftragen). Dann ist die Hand am Werk. Sie trägt
Farben auf, auch Marmorstaub, Schicht für Schicht; dazwischen
Trocknungsprozesse. Felder, Übermalungen, Lasuren, von der
reinen Farbe zu den Nuancen.
In seinen Bildern versucht Makra, das Dreidimensionale der Ar-
chitektur in die Zweidimensionalität der Malerei zu übersetzen.
Sehr ausgedünnt und reduziert auf Geometrisches: Farbe Linie
Fläche, sagt er. In einem seiner Werkkataloge finde ich den Be-
griff „Archipittura“, der auf eine Verbindung von Architektur und
Malerei hinweist, belegt mit Bildern aus der italienischen Renais-
sance. Arbeiten die alten Meister an der Tiefe des Raumes mit
Versatzstücken von realer Architektur, sind Makras Räume Kom-
positionen aus abstrakten, ausschliesslich linearen und flächi-
gen Elementen, die räumlich-architektonische Konstellationen
suggerieren.