Modena Park

Die aktuell gezeigten Arbeiten von Manfred Makra sind allesamt im Zeitraum 2020-2021 im neuen Atelier „Am Modenerpark“ in Wien entstanden.

Identitäten

Hinter meiner Malerei stehen drei große Identitäten, die das Werk tragen:

Die Identität von Fläche und Raum,
Die Identität von Licht und Farbe,
die Identität von Linie und Form

Diese drei Identitäten sind untrennbar miteinander verbunden, sie verweisen aufeinander und bedingen sich gegenseitig. In jedem Bild kommen sie zusammen und zeigen ihre Komplexität als die einfachste und natürlichste Sache der Welt.
Die Identität von Fläche und Raum ist ihre selbstverständliche Voraussetzung: die Identität von Licht und Farbe ihre fortwährende Behauptung: die Identität von Linie und Form ihr endloses Ziel.
Von der Einheit von Fläche und Raum gehen sie aus. Der Übergang von Licht und Farbe bestätigt und beweist sie immer wieder neu: Das Einssein von Linie und Form jedoch bedeutet die Erfüllung, das Aufleuchten der Wahrheit in der sichtbaren Welt, der Augenblick der Epiphanie.

Ausgehend von einer reduktiven Bildsprache erforsche ich offene visuelle Bezüge zwischen Farbe, Linie und Fläche. Jede Lösung dieser formalen Korrespondenz Ist zugleich auch eine transitorische, also vorübergehende. Darüber hinaus beabsichtige ich mit den Bildern ein „schönes Schweigen“, im Sinne einer reinen Schaubarkeit, welches der Bemühung um ein dynamisches Gleichgewicht im Bildraum entspringt.

Die Bilder sollten nichts darstellen, sondern etwas sein. Die geometrischen Formen sind Existenzen aus Farbe, die Farbe ist eine ver- körperung des Lichts. Die Linie steht für die Grenze der endlichen Form und dient der Akzentuierung des Bildraumes.

Allem voran interessiert mich die Idee des malerischen Feldes und was innerhalb dieses Feldes passiert. Geometrische Formen erscheinen als Farben und sind Fluktuationen des farbigen Feldes. Farb- flächen sind bei genauerem hinsehen vibrierende Felder, man glaubt nur sie als Flächen zu sehen.