„Thomas gehört der Generation von Künstlern an, die eine gewisse Dogmatisierung der systematisierten Methoden zu spüren begann und nach Wegen suchte, sich für ihre subjektiven Gestaltungsbedürfnisse einen neuen Freiheitsspielraum zu suchen. Es kam dabei vor allem darauf an, die Basis dieser Kunst nicht Preis zu geben, das heißt, Kontrollierbarkeit und Logik der Systeme durften nicht aufgegeben werden zugunsten einer neuen Sensibilität oder einer falsch verstandenen Freiheit, die in Wahrheit nur Willkür ist.

Thomas hat in allen seinen Arbeiten eine Grundregel eingehalten, die bei vielen Künstlern dieser Richtung verletzt worden ist, die Grundregel nämlich, dass eine ästhetische Entscheidung vor der Wahl der Methode und des Systems stehen muss, nicht umgekehrt sich der ästhetische Wert an der Systemlogik misst.“

Hans Peter Riese

Die konsequente Vermeidung alles Gegenständlichen ist ein zentraler Wesenszug der konkreten Arbeiten Norbert Thomas‘. In strenger Systematik werden Prinzipien aufgestellt und Regeln festgelegt – die Frage, wie Form und Farbe mit Hilfe von Spiegelung, Drehung oder Verschiebung von Folgen und Reihen und anderen mathematischen Verfahrensweisen Spannungen erzeugen.
In mehr als 40 Jahren hat Norbert Thomas ein Werk geschaffen, das vielfach das Quadrat als Ausgangspunkt nimmt und seine erstaunlich reichen Verwandlungsmöglichkeiten einer systematischen Vorgehensweise und einem gelenkten Zufall verdankt.

Kein Zufall ist willkürlich.
Kein Zufall ist planlos.
Kein Zufall ist sinnlos.
Kein Zufall ist grenzenlos.

Kein Zufall ist zufällig