Statements

“...Ich denke, dass ich am innigsten, intimsten mit Farben arbeiten kann, wenn ich die Form den null Grad annähere. Natürliche gibt es keine absoluten null Grad, auch bei der Reduktion bleiben Frage bestehen, auch dort wird es immer Varianten geben. Daniel Buren hat zum Beispiel gesagt, er verwende vertikale Streifen, weil sowohl der Künstler wie auch der Betrachter, also der Mensch – ein „vertikales Tier“ sei. Mir schien es aber, als ich ausschließlich gerade Linien malte, dass die vertikale Linie nicht so neutral ist wie die waagerechte: Nach unten gerichtet, stößt die Vertikale auf den Boden, nach oben gerichtet, wird sie von der Schwerkraft zurückgezogen; es schleichen sich also Symbole ins Bild, die ich nicht benötige. Im Gegensatz dazu verläuft die waagerechte Linie auf gleiche Weise nach rechts und links, scheint deshalb zu schweben und ihre Energien scheinen ausgeglichen zu sein. So um 2012 habe ich jedoch entdeckt, dass die am perfektesten ausgeglichene Oberfläche – die formal und auch, was die Energie betrifft, am vibrierendsten daherkommt, sich aber dennoch fast selbst auflöst und deshalb auf die idealste Weise den Farben den Raum überlässt – das Quadratgitter ist…”

“...ich glaube meine Beziehung zu den Farben hängt tatsächlich damit zusammen, dass ich repetitive, neutrale, sich fast selbstauflösende formale Strukturen verwende. Eigentlich versuche ich der Nichtgreifbarkeit, Freiheit der Farben auf paradoxe Weise einen Rahmen oder besser: Raum zu geben. Bleibt die Form neutral, erhält die Anwesenheit der Farbe eine betontere Rolle. Diese Anwesenheit ist aber stets körperlos, stofflos. Farbe ist sehr mystisch, gleichzeitig aber auch banal. Mystisch, weil sie nicht greifbar ist, kein Gegenstand, keine Form ist, sie hat Millionen von Varianten und kann nicht für sich selbst verstanden, interpretiert werden. Banal, weil sie ständig präsent ist, uns umgibt, man ihr nicht ausweichen kann. Die Farbe hat etwas Duales: Sie ist das Sichtbarste, gleichzeitig aber das am wenigsten Fassbare in der Welt. Wegen dieses Paradoxons ist sie wahrscheinlich so begehrenswert.”